Marktkommentar Robeco: Trumps makroökonomischer Giftcocktail
Lukas Daalder, Chief Investment Officer von Robeco Investment Solutions
Weil er die ohnehin schon boomende US-Wirtschaft weiter stimulieren möchte,
spielt Donald Trump mit einem makroökonomischen Giftcocktail, sagt Lukas
Daalder. Der Chefanlagestratege von Robeco ist zudem überzeugt, dass die
geplanten Einfuhrzölle die Lage nochmals verschärfen werden.
"Die angesichts von Vollbeschäftigung verabschiedeten Steuersenkungen
könnten eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen oder das Leistungsbilanzdefizit
der USA erhöhen. Und die geplanten Einfuhrzölle sind kaum als hilfreich an-
zusehen", sagt Lukas Daalder, Chief Investment Officer von Robeco Investment
Solutions.
"Dass man sein Dach reparieren sollte, wenn die Sonne scheint – also
Zeiten mit positiver Wachstumsdynamik zur Verbesserung der eigenen
Finanzlage nutzen sollte –, gilt anscheinend nicht für Präsident Trump",
stellt Daalder fest. Denn in Zeiten der Hochkonjunktur versuchen Staaten
normalerweise, Defizite abzubauen – und alle Länder der Eurozone haben
dies angesichts besser werdender wirtschaftlicher Aussichten getan.
Im Gegensatz dazu hat sich das US-Haushaltsdefizit von 2,6 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts in 2015 – dem niedrigsten Wert im laufenden Konjunk-
turzyklus – auf 3,1 Prozent in 2016 und weiter auf 3,4 Prozent in 2017
erhöht. Wegen der Steuersenkungen wird jetzt mit einem weiteren Anstieg
des US-Haushaltsdefizits auf 4,5 Prozent in 2019 gerechnet. Einige Finanz-
institute prognostizieren sogar 5 Prozent oder mehr.
Der Unterschied ist die Arbeitslosigkeit
In der Historie sind Haushaltsdefizite von über 5 Prozent schon mehrfach
vorgekommen: 1983 unter Präsident Reagan, 1992 unter Präsident Clinton
und 2009 während der starken Rezession, als das Defizit sogar zweistellige
Werte erreichte. "Doch der große Unterschied gegenüber früheren Phasen mit
hohen Defiziten ist die Entwicklung der Arbeitslosenquote", betont Daalder.
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