Robeco Ausblick 2015: Mehr Volatilität
Léon Cornelissen, Chefökonom von Robeco
In seinem Kapitalmarktausblick für 2015 geht der Investmentmanager
Robeco unter anderem auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA,
Europa, Japan und China ein und zeigt die Konsequenzen der Notenbank-
politik für die Aktien- und Anleihemärkte auf. Robecos Kernthesen
vorab im Überblick:
· Die Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung der USA und anderer
Industrieländer treten deutlicher zutage.
· Chinas Wirtschaftswachstum dürfte sich etwas verlangsamen.
· Abes neueste Maßnahmen lassen Zweifel an Abenomics aufkommen
· Die Unternehmensgewinne werden wieder maßgeblichen Einfluss auf
die Aktienrenditen haben.
· High-Yield-Anleihen verlieren von ihrem Glanz.
Unsicheres Jahr 2015
Obwohl die Weltwirtschaft weiter an Stärke gewinnt, ist der Ausblick
auf 2015 aus einer ganzen Reihe von Gründen unsicher. Wird sich die
Lage in der Ukraine stabilisieren? Wird sich die Situation im Nahen
Osten weiter zuspitzen? Kann die Eurozone eine neue Wirtschaftskrise
vermeiden? Bleibt China die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft?
Kann die US-Wirtschaft trotz des schwachen Wachstums in anderen Ländern
ihren Aufwärtstrend fortsetzen? Und die vielleicht wichtigste Frage:
Welche globalen Auswirkungen wird die für das dritte Quartal 2015
erwartete Zinserhöhung durch die Fed voraussichtlich haben?
Es beruhigt, dass die Notenbanken immer noch über genügend Feuerkraft
verfügen, um enttäuschende wirtschaftliche Entwicklungen aufzufangen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte mit „Quantitative Easing” (QE)
in großem Stil beginnen, und die Fed könnte zu verstehen geben, dass
sie ihre erste Zinserhöhung seit vielen Jahren doch noch hinauszögern
wird. Der niedrige Ölpreis ist ebenfalls positiv zu bewerten. Denn als
Faustregel gilt, dass ein Ölpreisrückgang um 20 Prozent zu einem um
0,4 Prozentpunkte höheren Weltwirtschaftswachstum führt.
„Die EZB könnte mit ‚Quantitative Easing’ in großem Stil beginnen”
Die Entwicklung in den USA und in Europa geht in unterschiedliche Richtungen
Die US-Wirtschaft erlebt gegenwärtig einen sich selbst tragenden
Aufschwung, und das Wachstum dürfte 2015 bei etwa drei Prozent liegen.
Angesichts einer Arbeitslosenquote von unter sechs Prozent ist es nur
eine Frage der Zeit, bis die Löhne und Gehälter so kräftig steigen,
dass dies dem Konsum und dem Wohnimmobilienmarkt wichtige Impulse gibt.
So gesehen ist es also an der Zeit, dass die Fed mit Zinserhöhungen
beginnt. Ob auf den ersten Zinsschritt der Fed weitere folgen werden,
hängt vom Verlauf der Konjunkturerholung in den USA ab. Das größte
Risiko ist die wirtschaftliche Schwäche der übrigen Welt (China, die
Eurozone und Japan).
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