Robeco: Das Bühnenstück über die europäische Bankenunion braucht ein Happy End
Léon Cornelissen, Chefökonom bei Robeco
Das Bühnenstück über die europäische Bankenunion braucht ein
Happy End, wenn es vom ersten zum zweiten Akt übergeht, meint
eine Expertengruppe von Robeco.
„Wenn wir das mit der Bankenunion nicht hinkriegen, haben wir
ein Rezept für langsames Wachstum und Deflation”, warnt Robecos
Chefökonom, Léon Cornelissen. „Der erste Akt in der europäischen
Staatsschuldenkrise ist vorbei. Im zweiten Akt brauchen wir
entscheidende Fortschritte in Sachen Bankenunion.”
Einrichtung des Bühnenbildes: die Bedeutung der Bankenunion
Robeco hat über das Thema diskutiert, um der Frage nachzugehen,
welche Folgen eine Verzögerung der Bankenunion für die Inhaber
von Aktien und Anleihen hätte. Im ersten Akt des größten Finanz-
dramas in der Geschichte Europas standen alle Mittel zur Verfügung,
um die Krise zu beenden, die beinahe zum Zusammenbruch des Euros
geführt hätte. Im zweiten Akt muss eine Neuauflage der Krise
verhindert und Wachstum wiederhergestellt werden, meinen die
Experten.
Der wichtigste Punkt für Anleger ist die bevorstehende Prüfung
der Forderungsqualität im Rahmen der 2014 anstehenden Stresstests,
meinen Jan Willem de Moor, Portfoliomanager für Schuldverschreibungen
von Finanzinstituten, und Johan van der Lugt, Analyst für globale
Finanztitel bei Robeco Global Equities.
De Moor beurteilt die Aussichten für die Schuldverschreibungen
europäischer Banken derzeit positiv; denn er ist überzeugt, dass
die Geldhäuser nach der jüngsten Krise über eine relativ gute
Kapitalausstattung verfügen und dass eine weitere Aufnahme von
Kapital in der Zukunft vorteilhaft für Altanleger sein dürfte.
Der Flaggschiff-Aktienfonds von Robeco ist in europäischen Bank-
aktien übergewichtet, weil Robeco glaubt, dass sich die Kredit-
institute im Vorfeld der Stresstests auf die Stärkung ihrer
Gewinne und Rücklagen konzentrieren werden. Und das ist gut für
die Aktienkurse, sagt Van der Lugt.
Erster Akt: Banken können Staaten zu Fall bringen
„Wir brauchen die Bankenunion, weil – wie wir am Beispiel von
Irland, Zypern und anderen Ländern gesehen haben – Banken Staaten
zu Fall bringen können”, macht Cornelissen deutlich. „Einige euro-
päische Banken sind hoch verschuldet und verfügen nur über geringe
Rückstellungen. Und die nationalen Bankaufsichtsbehörden waren und
sind zu nachgiebig, was Probleme mit den größten Banken im eigenen
Land angeht. Und sie drängen viel zu zögerlich darauf, dass sich
die Banken um ihre Not leidenden Kredite kümmern.”
„Das sind Zutaten für eine Deflation nach japanischem Muster in der
Eurozone. Notwendig ist, dass Unternehmen bei sanierten Banken zu
attraktiven Konditionen Kredite aufnehmen; andernfalls wird es kein
Wachstum geben.”
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