23.05.2007
Nordea: Wirtschaft in der Euro-Zone soll 2007 ...
Köln, den 23.05.2007 (Investmentfonds.de) - In der gegenwärtigen Verfassung präsen-
tiert sich die Weltwirtschaft stabiler als noch zum Jahresbeginn. Zu diesem Ergebnis
kommt Nordea, der führende nordeuropäische Finanzdienstleister, in seinem heute
veröffentlichten Economic Outlook. Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in
Europa und Asien überrascht positiv, sagte Helge Pedersen, Head of Economic Research
bei Nordea. Er rechnet in diesem Jahr mit eine Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone
um 2,6 Prozent. Für die USA geht er von 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum aus: Die
Abkühlung des US-Wohnimmobilienmarkts wird sich langsam aber sicher auch auf andere
Teile der Wirtschaft ausweiten.
„In der Euro-Zone steht Deutschland kurz davor, nach Jahren der Flaute zu seiner
alten Stärke zurückzukehren“, so Pedersen weiter. Es bestehe die Hoffnung, das
Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas wieder zur Wachstumslokomotive für
die gesamte Region werde. Dieser Impuls werde dringend benötigt, weil sich in einigen
europäischen Ländern einschließlich Frankreich und Italien das Wachstum abschwäche.
Auch geben die straffere Geldpolitik durch die Zinserhöhung der Europäischen Zentral-
bank sowie der starke Euro Anlass zur Sorge für die Euro-Zone. „In diesem Zusammenhang
ist es interessant zu beobachten, ob es mit Frankreichs neuem Präsidenten gelingt,
den Reform-Prozess mit neuem Leben zu füllen und den Arbeitsmarkt in der EU zu
reformieren“, so Pedersen.
In China dürfte in diesem Jahr die Wirtschaft erneut im zweistelligen Prozentbereich
wachsen. „Dies erhöht das Risiko einer weiteren Straffung der Fiskal- und Geldpolitik,
um ein Überhitzen der Wirtschaft zu vermeiden“, so Pedersen. Die japanische Wirtschaft
laufe derzeit rund und gehe nun ihr sechstes Jahr der wirtschaftlichen Erholung. In
diesem Jahr rechnet Pedersen dort mit 2,2 Prozent Wachsutm, im kommenden Jahr dann
mit 2,4 Prozent.
Drei grundsätzliche Risiken für das Wirtschaftswachstum sieht Nordea in der Ölpreis-
entwicklung, dem Euro-Wechselkurs zu Dollar und Yen sowie der Korrelation des Wachstums
in den einzelnen Weltregionen. Zwar habe sich die Weltwirtschaft zuletzt gegenüber
einem starke Ölpreisanstieg robust gezeigt, doch müsse dies keinesfalls auch künftig
so sein. Der Grund: In Folge der Krise bei den US-Wohnimmobilien könnten sich die US-
Konsumenten künftig wesentlich preissensibler bei einem steigenden Ölpreis zeigen.,
Sollte der Ölpreis stark über die Marke von 65 bis 79 Dollar klettern, könnte sich
die US-Notenbank gezwungen sehen, die Zinsen stärker anzupassen, als erwartet. Auch
sei bislang noch nicht klar, ob die Globalisierung das frühere Welthandelsmuster
geändert hat, in dem ein Abschwung in den USA einen Abschwung etwa in Europa nach sich
zog. Nordea geht weiterhin von diesem Muster aus und stuft deshalb einen US-Abschwung
als Wachstums-Risiko für andere Weltregionen ein.
Quelle: Investmentfonds.de